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Nationales Kulturdenkmal

STAATLICHES SCHLOSS FRAIN AN DER THAYA

Arbeitsstelle des Nationalen Denkmalinstituts

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Frainer ptygmatische Falten – Detail

Frainer ptygmatische Falten – Detail

Gefingerter Lerchensporn

Gefingerter Lerchensporn

Frühlings-Scharbockskraut

Frühlings-Scharbockskraut

Muschelblümchen

Muschelblümchen

Echtes Lungenkraut

Echtes Lungenkraut

Dreilappiges Leberblümchen

Dreilappiges Leberblümchen

Gelbes Windröschen

Gelbes Windröschen

Bruchschleiche

Bruchschleiche

Nebelkrähe

Nebelkrähe

Wasseramsel

Wasseramsel

Alpenbraunelle

Alpenbraunelle

Turmfalke

Turmfalke

Erdkröte

Erdkröte

Kleine Fledermaus

Kleine Fledermaus

Eichhörnchen

Eichhörnchen

Faltiger Laufkäfer

Faltiger Laufkäfer

Gefleckter Molch

Gefleckter Molch

Ringelnatter

Ringelnatter

Natur um Frain

Über den Weg vom Frainer Viertel Přední Hamry nach Zadní Hamry erheben sich nahezu senkrecht die ästhetisch wirkenden Wände eines harten Schichtgesteins. Es handelt sich um Granitmagma, das vulkanisch entstand und sich unter einer Decke älterer Gesteinsschichten verfestigte. Durch den großen gebirgsbildenden Druck in der Zeit vor etwa 800 Millionen Jahren, also im Proterouoikum, glichen sich die mineralischen Bestandteile in Schichten aus und der Granit wurde zum Orthogneis. An der selben Stelle, aber auch im Fels, auf dem sich das Schloss erhebt, und auf den Steinen, aus denen die niedrige Zwingermauer zum Krähenturm (Vraní věž) gemauert ist, finden wir eine außergewöhnliche geologische Rarität - die sogenannten ptygmatischen Falten. Sie verlaufen sichtbar in den zickzackförmig, hell gefärbten Streifen des Orthogneis zwischen den dunklen, fast schwarzen Streifen des Amphibolits (umgewandeltes Gestein aus Amphibol und Feldspat). Diese Falten, deren Länge sich von einigen Zentimetern bis zu knapp dreißig Metern bewegt, entstanden nicht durch die Einwirkung des gebirgsbildenden Drucks. Infolge der hohen Temperaturen und des enormen Drucks in der Erdtiefe wurde das Gestein allmählich plastisch bis halbflüssig, der Orthogneis von Bíteš drang in die Schichtfugen und Risse des älteren Amphibolits ein, er überwand den Widerstand und bildete eine Zickzacklinie. Die Faltenbildung erfolgte in mehreren Phasen nacheinander vor etwa 700 bis 300 Millionen Jahren.

Eine interessante geologische Erscheinung sind im Kataster von Frain die sogenannten Eisgrotten. Sie liegen auf dem Felsvorsprung, der in der engen Krümmung vom Fluss Thaya (Dyje) umflossen wird. Der Vorsprung wurde vom sogenannten Orthogneis aus Bíteš gebildet, der durch die kreuzweise verlaufenden Risse geborsten ist. Durch das schnelle Absinken des Tales - bei großer Abschüssigkeit des Geländes und günstigem Verlauf der Spalten - kam es zur Verletzung seiner Stabilität. Es bildeten sich hier drei große Geröllfelder mit Gesteinsblöcken, die mitunter mehrere Dutzend Tonnen wiegen. Im System der senkrechten Spalten entstanden nachfolgend Grotten, darunter miteinander verbundene freie Räume. Die Hauptgrotte ist 200 Meter lang und 60 Meter hoch. In den kleineren Hohlräumen halten Schnee und Eis bis lange in den Spätfrühling. Eine bemerkenswerte Erscheinung ist die Bildung des Eisschmucks in den tiefer gelegenen Abschnitten der Spalten, und offensichtlich auch im Geröll. Das Eis entsteht bei der Frühjahrsschmelze in der Form, dass das auf dem Untergrund fließende Wasser auf den stark unterkühlten Steinblöcken gefriert. Die tiefsten unterirdischen Räume sind vermutlich ständig vereist. Die Temperatur in den Zugangsspalten bewegt sich im Bereich von minus 8 bis plus 6 Grad.

Zu den Grundcharakteristiken der Natur um Frain gehört das Vorgebirgsklima. Durch den Einfluss des nahe gelegenen Braitava-Bergrückens und der inversen Lage des tiefen Flusstals zeichnet sich das hiesige Klima durch einen verhältnismäßig ungewöhnlichen Charakter aus. Die Temperatur dem Braitava-Bergrücken bewegt sich im Durchschnitt um 7 Grad. Die mittlere Niederschlagsmenge erreicht Werte um 620 Millimeter.

Der botanische Reichtum des Gebiets um Frain ist enorm. Das Tal und seine umliegenden Berghänge sind mit einem Eichen-Hainbuchen-Wald mit Linden bewachsen, an den nördlichen Seiten überwiegen Buchenwälder mit Tannen, Ahorn, Berg-Ahorn und Eiben. Hier befinden sich auch auf den Felsvorsprüngen lichte Kiefernwälder, in Braitava eine Art der Buchen-Urwälder und in der unmittelbaren Umgebung des Schlosses die nicht hierher gehörende und nicht von der Art her passende Weiße Robinie. Das Buschwerk setzt sich in der Mehrheit aus dem Warzen-Pfaffenhütchen und der Haselnuss zusammen. Die Artenzusammensetzung des Waldes entspricht im Wesentlichen sehr genau dem natürlichen Potenzial des Gebietes. Im Kräuterparterre finden wir beispielsweise die Wiesen-Primel, den Gefingerten Lerchensporn, das Echte Lungenkraut, das Leberblümchen oder die Frühlings-Platterbse. Zudem wachsen hier das Europäische und das Purpurne Alpenveilchen, die Türkenbund-Lilie und der Gemeine Seidelbast. In der Nähe der Eisgrotten ist das Auftreten der buntgefächerten Pflanzengruppen bemerkenswert, darunter befinden sich einmalige bedrohte und geschützte Arten - die seltene Pfötchen-Segge, die nur vereinzelt vorkommende Europäische Silberkerze, der Weiße Zahnwurz, die überhängende Rose, das gelb blühende Giftheil, die Kleb-Salbei, die Balkan-Witwenblume, und auch die Flockenblume. Auf dem Waldgrund Braitava wächst beispielsweise die Mondviole - eine typische Pflanze für die Vorgebirgswälder. Die umliegenden Felsen und das ganze Schanzensystem des Schlosses sind im Frühling vom selten vorkommenden gelb blühenden Felsen-Steinkraut überzogen, der Felsen am Krähenturm ist der Standort der Großblütigen Küchenschelle.

Aus der sehr interessanten und vielfältigen Fauna ist das Vorkommen vieler Säugetiere bemerkenswert - es handelt sich beispielsweise um den westländischen Igel, die kleine Spitzmaus, die gemeine Zieselmaus, das gemeine Eichhörnchen, den großen Siebenschläfer, den Feldhamster, den Rotfuchs, den Walddachs, den Steinmarder, den dunklen Iltis, Rehböcke, Hirsche und Wildschweine. In den Kellern des Schlosses und in seinen Bodenräumen wohnt eine Fledermauskolonie - unter ihnen konnten die Kleine Hufeisennase, die Große Hufeisennase, die Pfeifende Fledermaus, die Ohrenfledermaus, die Wimpernfledermaus, die Langohrfledermaus und die Schwarze Fledermaus identifiziert werden.

Von den Kriechtieren wohnen hier unter anderen die Grüne Eidechse, die zarte Blindschleiche und einige Natterarten. Interessant ist besonders das Vorkommen der bis zu zwei Meter langen Baumnatter, die unterhalb des Schlosses im Felicie-Tal beobachtet werden konnte.

Die Nistvogelarten sind durch die vorkommenden verschiedenen Meisen, die Feldlerche, den Schwarzspecht, den Feldspatz, den Großen Buntspecht, den Grünfink, den Waldzeisig, den Kernbeißer, den Fink und andere vertreten. Auf den Felsen unterhalb der Kapelle nistet der Große Uhu, üblicherweise ist die Turmschwalbe oder der Turmfalke zu sehen, der seine Nester auch in den verborgenen Nischen in der Fassade des Schlosshauptgebäudes (auf der Südseite) baut, hierher fliegen der Waldhabicht und der Mäusebussard, in den Höhlen der alten Bäume wohnt die Holztaube, an den beiden Brücken in der Gemeinde überwintern regelmäßig die großen Schwäne. Auf dem Gebiet bei Braitava um das Felicie-Tal leben die seltenen Fliegenschnäpper, auch der Schwarzstorch und viele andere Arten.

Die Lurche repräsentieren vor allem der gefleckte Salamander, der bei Regenwetter auch auf den Waldwegen zum Schloss anzutreffen ist. Direkt im Schlossgelände treten massenhaft die Gemeine Kröte und die Grüne Kröte auf, die in einem regenreichen Jahr in der Anzahl von einigen Hundert Exemplaren die ganze Fläche der Brücke und der beiden Höfe bevölkert.

Die Menge und der Artenreichtum der Fische in der Thaya (Dyje) werden seit langer Zeit vornehmlich durch das künstliche Aussetzen der Fische und das Sportangeln bestimmt. Der Frainer Staussee ist das Zuhause von Karpfen, Zandern, Hechten sowie Welsen (1994 wurde ein Wels mit 94 Kilogramm Gewicht gefangen, er war 244 cm lang). Im oberen Ende leben die Zärte, der bereits sehr seltene gestreifte Aland und Huchen. Ferner leben hier zwei Arten von Muscheln - die aufgebauschte Perlmuschel und die Echte Flussperlmuschel, deren Schalen früher für die Anfertigung von Perlmutknöpfen verwendet wurden (z.B. im unweit gelegenen niederösterreichischen Hardegg). Interessant ist das Fehlen der Fische im Abschnitt von der Staumauer bis zum Wehr unter dem Schloss an der früheren herrschaftlichen Mühle, wo nur das von den Turbinen durchgelassene untere Wasser ohne Sauerstoffanreicherung durchfließt.

Die Artenzusammensetzung der Insekten ist sehr vielfältig. Wir finden hier geschützte Arten wie den Lerchensporn-Alpenfalter, den Riesenbockkäfer, den Pfirsichbaum-Bockkäfer, zudem Netzflügler wie den Ameisenlöwen, und auf Braitava den Buchen-Hirschkäfer.

Das Frainer Schloss mit dem gegenüberliegenden Waldgrund Braitava liegt in der ersten Zone des Nationalparks Podyjí, die streng geschützt ist und wo die Natur nur geringfügigst durch menschliche Eingriffe beeinflusst wird. Die natürlichen Prozesse finden im Selbstlauf statt, das Gebiet weist einen verhältnismäßig ausgewogenen Zustand auf. Durch Frain, also durch den westlichen Rand des Nationalparks, verlaufen auch die zweite und dritte Zone, sowie sein äußerer Schutzgürtel. Mehr unter www.nppodyji.cz. Detaillierte Informationen über den österreichischen Nationalpark Thayatal, der sich entlang des gegenüberliegenden Ufers der Thaya erstreckt, finden Sie unter www.np-thayatal.at.





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