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Nationales Kulturdenkmal

STAATLICHES SCHLOSS FRAIN AN DER THAYA

Arbeitsstelle des Nationalen Denkmalinstituts

Frühlingshaftes Tulpenbeet

Frühlingshaftes Tulpenbeet

Romantisierende Bepflanzung der Südterrasse, Ölbild von Josef Doré aus dem dritten Viertel des 19. Jahrhunderts

Romantisierende Bepflanzung der Südterrasse, Ölbild von Josef Doré aus dem dritten Viertel des 19. Jahrhunderts

Detail des Staudenbeetes

Detail des Staudenbeetes

Frühlingsstauden und Zwiebelgewächse

Frühlingsstauden und Zwiebelgewächse

Zwiebelgewächse zwischen zweijährigen Stauden und Holzgewächsen

Zwiebelgewächse zwischen zweijährigen Stauden und Holzgewächsen

Blumengarten unter der Brücke im Winter

Blumengarten unter der Brücke im Winter

Weg zur Kapelle gesäumt von formgeschnittenen Gemeinen Hainbuchen

Weg zur Kapelle gesäumt von formgeschnittenen Gemeinen Hainbuchen

Blumengarten unter der Brücke im Herbst

Blumengarten unter der Brücke im Herbst

Festlicher Blumenschmuck des Brunnens

Festlicher Blumenschmuck des Brunnens

Kräutergarten vor dem Schanzenhaus

Kräutergarten vor dem Schanzenhaus

Festlicher Blumenschmuck der Eingangstreppe

Festlicher Blumenschmuck der Eingangstreppe

Lorbeerbäume vor dem Südflügel

Lorbeerbäume vor dem Südflügel

Blick auf die Silber-Linde und die Katzenmelisse im ersten Hof

Blick auf die Silber-Linde und die Katzenmelisse im ersten Hof

Gruppe großer Weißzedern am Aussichtsplatz

Gruppe großer Weißzedern am Aussichtsplatz

Palmen in Holzkübeln im östlichen Teil des Ehrenhofes

Palmen in Holzkübeln im östlichen Teil des Ehrenhofes

Schlossgarten

Die früheren Gartengestaltungen der Frainer Burg waren durch den Platzmangel auf dem gedrängten Felsvorsprung sowie durch das abschüssige Gelände, das von den mittelalterlichen Schanzen begrenzt wurde, recht eingeengt. Auf dem südlichen, nicht sichtbaren und für Besucher nicht zugänglichen Hang, auf dem einst Nutzbeete mit Obstbäumen, Weinstöcken, Spargel und anderen Pflanzen angelegt waren, wachsen heute für die Bevorratung im Schloss Sträucher und ein reiches Sortiment der üblichen Sommerblumen und Stauden.

Die Aufmerksamkeit der Besucher lenken verständlicherweise die Teile des Gartens auf sich, die sie direkt sehen und durch die sie spazieren können. Gleich hinter dem Eingang in das Areal stehen Solitäre, die noch aus den früheren Gartengestaltungen stammen - gleich vor der Brücke wächst beispielsweise ein Christusdorn. Der erste Burggraben, aus dem sich bis zum Fundament des nördlichen Hauses der bejahrte Efeu empor rankt, ist dadurch interessant, weil er früher ein Gemüsegarten war - in seinem südlichen Teil, in dem heute die Echte Walnuss steht, befand sich das heute nur noch im Grundriss erkennbare, aus Steinen gemauerte Wohnhaus des Gärtners. Am Ende der Zugangsbrücke wächst immer noch der alte Lebensbaum.

Auf den Rasenflächen unter der Brücke im Inneren des Barbakans standen Obstbäume, von denen drei betagte Walnüsse, eine Birne und eine Pflaume übrig blieben. Neu wurde ein Echter Ginkgobaum und eine Althanner Renklode angepflanzt, die vor etwa 150 Jahren auf der Althanner Herrschaft Králíky in Nordböhmen gezüchtet wurde. Sie erinnert mit ihrem Namen an das bedeutendste Geschlecht in der Frainer Geschichte. Auf der erhöhten Terrasse über dem Weg zur Kapelle wachsen fünf Hainbuchen in einer regelmäßigen Reihe.

Eine auffallende und für Besucher lohnende Blickdominante ist der ästhetisch schöne Ziergarten unter der Zugangsbrücke. Er besteht aus drei abgestuften Terrassen. Zu den ältesten Holzgewächsen, welche den Grundstock der Bepflanzung bilden, gehören besonders der Kirschlorbeer, ferner der Pfeifenstrauch, die große Zierquitte und die Weigelie. In einem sehr breiten Sortiment kommen Stauden, zweijährige Pflanzen und Sommerblumen hinzu, die dem Blumenparterre farbliche Harmonie und Wandelbarkeit verleihen. Sie blühen in Schüben über die ganze Saison und sie verbinden den Graten fließend mit der umliegenden Natur. Eine gewisse Formalität verleiht dem Garten nur das regelmäßige Rosenbeet auf der am höchsten gelegenen Mauer, das von einem niedrigen Rand aus Lavendel eingesäumt ist. Der Raum ist besonders für den Blick von oben kreiert, aus diesem Grund kommen hier große Flecken mit intensivem Farbenspiel und extreme Kombinationen am besten zum Ausdruck. Beim näheren Hinblicken kann auch die Abstimmung im Detail und die feine Harmonie der Farbtöne entdeckt werden.

Auf dem ersten Hof wurde in den siebziger Jahren an die Stelle der uralten Kastanie eine Silber-Linde gesetzt, um sie herum breitet sich Echte Katzenminze als interessanter Ersatz für den Rasen aus. Unterhalb des Hofes, im Raum vor dem Schanzhaus, wächst ein bizarr geformter Apfelbaum, in der Mitte des Rasens mit Kräuterbeeten ein überhängender Maulbeerbaum und entlang der Mauer des Hauptgebäudes des Schlosses Johanniskraut.

Auf dem Ehrenhof blieben von der älteren Bepflanzung zwei mehr als einhundert Jahre alte Eiben stehen. Von der einstigen Reihe der geformten Weißen Robinien entlang des Metallgeländers blieb nur eine Robinie erhalten, die im Geist der überlieferten zeitgenössischen Abbildungen aus dem 19. Jahrhundert auf dem Hof von mobilem Palmengrün in Holzbottichen umrahmt wird. Am selben Ort vor dem Ausblick standen ursprünglich zwei hohe Pappeln. Sie bildeten eine eindrucksvolle Dominante und sie umsäumten den Ausblick in die Landschaft des Frainer Tals. Die Pappeln wurden durch die heutigen großen Scheinzypressen ersetzt, die auf der Rasenfläche um eine Etage niedriger platziert wurden und die beim Blick aus der Ferne zur Geltung kommen.

Auf der südlichen Terrasse, ähnlich wie auf der nicht zugänglichen nördlichen Terrasse, entstanden vermutlich in den achtziger Jahren des 18. Jahrhunderts besondere Gärten. Wir kennen nicht ihre damalige Gestaltung, denn es blieben nur zwei Abbildungen erhalten, die ihre romantisierende Anpflanzung zeigen. An die einstige Anordnung auf der südlichen Terrasse erinnert die Weiße Robinie am Siegesbogen, auf der nördlichen Terrasse ist es die überhängende Esche als einziger Solitär.

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