Arbeitsstelle des Nationalen Denkmalinstituts
Bítov (Vöttau). Die staatliche Burg Vöttau liegt am Zusammenfluss der Thaya mit dem Schelletauer Bach etwa 13 Kilometer nordwestlich von Frain. Diese einst königliche Burg wird erstmals nach dem Jahr 1060 als eine der ersten Wachburgen an der Südgrenze des böhmischen Staates erwähnt. Später wurde sie über mehrere Etappen zu einem befestigten romantischen Herrensitz umgebaut, sie war bis zum Jahr 1945 ständig bewohnt und sie wurde während der ganzen Dauer ihres Bestehens vermutlich niemals erobert. Die Burg ist in der touristischen Hauptsaison von Mai bis September außer an Montagen für Besucher geöffnet, im April und Oktober ist sie samstags, sonntags und an Feiertagen zu besichtigen. In der Nähe der Burg befindet sich die gleichnamige Gemeinde. Sie wurde in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts für die Einwohner der alten Gemeinde Vöttau errichtet, weil die damalige Ansiedlung beim Bau des Frainer Stausees überflutet wurde. Mehr unter www.hradbitov.cz. Kontakt bitov@brno.npu.cz
Cornštejn (Czornstein). Die Ruine der weiträumigen Burg Cornštejn aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts befindet sich etwa 9 Kilometer westlich von Frain. Die einst landesfürstliche Grenzfestung ging früh in den Besitz der Herren von Lichtenburg über. Unter Hynek Bítovski von Lichtenburg, der den Treueschwur auf die Krone ablehnte, wurde Czornstein 1465 von Georg von Podiebrad erobert. Im Laufe der Zeit verlor die Burg ihre Bedeutung und seit Ende des 16. Jahrhunderts gilt sie als verlassen. Die dem Verfall preisgegebene Ruine wurde in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts statisch gesichert. Heute ist sie jeden Tag im Juli und August für Besucher geöffnet. Von den höchsten Stellen der Besuchstrasse bieten sich viele herrliche Ausblicke auf die Thaya an ihrem Zusammenfluss mit dem Schelletauer Bach. Mehr unter www.znojmuz.cz. Kontakt znojmuz@znojmuz.cz.
Čížov (Zaisa) ist ein kleiner Ort 8 Kilometer östlich von Frain entfernt mit bewahrter Dorfarchitektur und der Kapelle der Maria der Schmerzensreichen aus dem Jahr 1756. Am Ende der Gemeinde befindet sich das Besucherzentrum der Verwaltung des Nationalparks Thayatal mit einer ständigen Ausstellung über die Natur des Parks und einem Informationsbüro. In der Nähe des Zentrums blieb ein Abschnitt des Eisernen Vorhangs erhalten. Čížov ist ein idealer Ausgangspunkt in die beiden Nationalparks, in das tschechische und das österreichische Thayatal. Mehr unter www.nppodyji.cz. Kontakt info@nppodyji.cz.
Frejštejn – die Ruine liegt auf dem erhöhten Felsvorsprung in der Gemeinde Podhradí nad Dyjí, und zwar am rechten Ufer der Thaya etwa 25 km von Frain (Vranov). Sie wird erstmals in der Mitte des 13. Jahrhunderts als eine der ältesten adeligen Anlagen bei uns erwähnt. 1440 wurde sie von den mährischen Ständen losgekauft, erobert und zum Teil zerstört. Zum ausgehenden 15. Jahrhundert wird sie in den Quellen bereits als verlassen erwähnt. Bis heute sind Reste der mächtigen Schanzen, des Turms, der Burgkapelle und des Palas erhalten. Die historisch wertvolle Ruine ist das ganze Jahr über zugänglich. Kontakt starosta@podhradinaddyji.cz.
Greillenstein. Anmutiges Renaissanceschloss vom ausgehenden siebzehnten Jahrhundert mit späterem Barockanbau. Liegt in der Nähe von Horn – von Vranov aus über Šafov und Geras erreichbar. Einmalig sind seine authentische Innenausstattung mit dem ursprünglichen Baderaum aus dem Jahr 1590 und der ausgedehnten Park, der in den neunzehnhundertneunziger Jahren aufwendig revitalisiert wurde. Das Schloss befindet sich seit dem sechzehnten Jahrhundert bis heute ohne Unterbrechung im Besitz der Grafen Kuefstein. Die Besucher können die Innenräume und mehrere Dauerausstellungen besichtigen sowie Zusatzdienstleistungen in Anspruch nehmen, darunter Hochzeitszeremonien oder gesellschaftliche Treffen. Mehr unter www.greillenstein.at. Kontakt schloss@greillenstein.at.
Hardegg. Hardegg mit knapp einhundert Einwohnern ist die kleinste Stadt in Österreich. Sie liegt am Zusammenfluss der Thaya mit dem Bach Fugnitz etwa 12 Kilometer südöstlich von Frain. In der kleinen Stadt mit der Pfarrkirche des heiligen Veit aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts dominiert die Burg, die im 12. und 13. Jahrhundert errichtet und zum Beginn des 20. Jahrhunderts umgebaut wurde. Die Burg, die über Jahrhunderte die alte Landesgrenze bewachte, beherbergt heute die Andenken an Maximilian von Habsburg, der als mexikanischer Kaiser im Jahr 1867 ermordet wurde. Ein Teil der Ausstellung zeigt Sammlungen mit Kunstgegenständen der Maya, Inka und Azteken. Hardegg bildet den Ausgangspunkt für die Wanderwege in den österreichischen Nationalpark Thayatal und der Ort ist zugleich der Sitz der Parkverwaltung, in deren Gebäude ein modernes Besucherzentrum eingerichtet ist. Der Grenzübergang für Fußgänger und Radfahrer nach Tschechien ist jedes Jahr vom 15. April bis 2. November geöffnet. Mehr www.burghardegg.at. Kontakt office@burghardegg.at.
Kaja - mittelalterliche Grenzburg auf der österreichischen Seite des Thayatals, etwa 2 km Luftlinie von Neuhäusel (Nový Hrádek) entfernt. Sie wird zum ersten Mal schon im 11. Jahrhundert erwähnt. Die Streifzüge der Hussiten setzten ihr stark zu, sie wurde jedoch im 15. Jahrhundert instand gesetzt und verstärkt. Zum beginnenden 17. Jahrhundert wurde sie von der Obrigkeit aufgegeben und in der Folgezeit war sie dem Verfall preisgegeben, bis sie sich letztendlich in eine Ruine verwandelte. Die Burg liegt in der ersten Zone des Nationalparks Thayatal. Mehr unter www.retzer-land.co.at (Infrastruktur / Hardegg / Tourismus / Nationalpark Thayathal / Sehenswertes / Burg / Burgruine Feste Kaja). Kontakt stadtgemeinde@hardegg.gv.at.
Lesná (Liliendorf). Die malerische Gemeinde Lesná mit vielen Gebäuden der Volksarchitektur liegt etwa 5 Kilometer östlich von Frain entlang der Straße in Richtung Znaim. Sie wurde erst nach dem Jahr 1794 gegründet. Neben der Kirche der heiligen Theresa aus dem Jahr 1868 und des Museums der Veteranen blieb hier eine Windmühle erhalten, die heute ein Restaurant beherbergt. Südlich der Gemeinde an der gelben Wegmarkierung zu den Eisgrotten steht das Jagdschlösschen, ebenfalls Lusthaus genannt, das kurz nach der Mitte des 18. Jahrhunderts für Jagdzwecke gebaut wurde. Nach seiner Restaurierung, die von der Verwaltung des Nationalparks Thayatal durchgeführt wurde, ist das Jagdschlösschen nur bei außergewöhnlichen Anlässen nach Vereinbarung mit dieser Behörde zugänglich.
Riegersburg ist eines der kunsthistorisch wertvollsten und interessantesten Schlösser im mährischen und österreichischen Thayatal (Podyjí). Fußgänger und Radfahrer können unter anderem den etwa neun Kilometer langen Weg aus Frain über den Wanderweg über Podmýče und Felling nutzen. Zweispurige Fahrzeuge bis 3,5 t gelangen hierher über den Grenzübergang Šafov - Riegersburg (etwa 8 km von Vranov). Riegersburg errichtete an der Stelle der einstigen mittelalterlichen Festung Franz Anton Pilgram (1699-1761), ein Schüler des berühmten Barockarchitekten Lukas von Hildenbrandt. Die Besucher finden im Schloss die zeitgenössischen Innenraumgestaltungen, welche die edle Wohnkultur des 18. und 19. Jahrhunderts dokumentieren, zudem die ständige Ausstellung zum Thema „Leben der Aristokratie auf dem Land in der Zeit des Barocks“ sowie mehrere saisongebundene Ausstellungen, es werden Konzerte und weitere kulturelle Veranstaltungen angeboten. Mehr unter www.schlossriegersburg.at. Kontakt office@schlossriegersburg.at.
Uherčice (Ungarschitz). Die Gemeinde Uherčice und ihr gleichnamiges großes Schloss befinden sich 18 Kilometer westlich von Frain. Das Schloss mit seinen Renaissancearkaden, den reichen Stuckverzierungen und dem englischen Park war einst ein höchst repräsentativer Sitz. Bis zum Jahr 1990 befand er sich jedoch in einem bedauernswerten Zustand. Heute wird das Schloss langsam wieder restauriert und einige seiner Räume sind im Juli und August für die Besucher geöffnet. Das Schloss lädt in der Urlaubszeit zum Uherčicer Kultursommer ein. Das etwa 3 Kilometer entfernte Vratěnín mit seinem Grenzübergang nach Österreich ist eine malerische Gemeinde mit vielen Gebäuden, die sich durch eine hochwertige Dorfarchitektur auszeichnen. Mehr unter www.zamek-uhercice.cz. Kontakt uhercice@brno.npu.cz.
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